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Kann es eine Welt ohne Elend geben?

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Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von Woyzeck am Fr 25 März - 7:56

Hier ein gutes Diskussionsthema aus der Geschichtsstunde:



Kann es eine Welt ohne Elend geben?

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Mit ironisch wortlosen Grüssen,
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Da hat er eben leider recht.
Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht
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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von Woyzeck am Fr 25 März - 9:23

Meiner Meinung nach ist das grösste Problem die Profitgier der kapitalistischen Gesellschaft. Eine schwerreiche Firma sucht sich ein hundeelendes Dörfchen, holzt dort alles ab, gibt den Menschen dort einen kleinen Lohn dafür, sodass sie in sklavenähnlichen Zuständen leben, ohne etwas besseres zu kennen.

Die Profitgier ist aber keinesfalls, wie viele annehmen, angeboren. Sie stammt von der kapitalistischen Gesellschaft. Jedes kleine Kind lernt von klein an, Geld sei wichtig, man müsse sparen, man bräuchte viel Geld. Oft entsteht auch daraus das Bild, Geld sei das Wichtigste im Leben. Diese Lebenseinstellung, sowie Menschen, die nur für Geld arbeiten, ekeln mich an.
Dass die Profitgier nicht angeboren ist, lässt sich schnell beweisen. Einerseits könnte man dem Historiker, Psychologen und Geschichtslehrer Hansruedi Näf einfach glauben. Andererseits kann man auf zahlreiche Indianerstämme hinweisen, die zwar so etwas wie "Wirtschaft" hatten, aber die Reichen regelmässig ihr ganzes Vermögen verschenkt hatten. Ausserdem machen Menschen sehr viele Sachen, die sich nicht rendieren. So seien Kinder, welche einige Hunderttausend Franken "kosten" und Spenden (Jeder Schweizer spendet durchschnittlich 1000.- pro Jahr an Hilfsorganisationen)


Solange unser kapitalistisches System besteht, werden Reiche immer reicher, Arme immer ärmer, Augebeutete ausgebeutet. Aus diesem Grund - vive la révolution!

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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von killkill666 am Fr 25 März - 9:49

Klar es ist das System, welches uns zu Egoisten macht.

Dazu das Freudsche Modell, (Sigmund Freud war ein grosser Tiefenpsychologe, welcher die Psychoanalyse begründete.)
Marx (sorry hab vergessen welches Buch),

oder folgender Text:

Egoismus

Macht man Politik, wie wir das tun, dann hört man öfter mal Aussagen wie diese: "Ich finde es ja schön und gut, was ihr da fordert. Aber leider kann das nicht funktionieren, dafür sind die Menschen einfach zu egoistisch. Schlussendlich schaut doch jeder nur für sich". Ein ziemlich schlechtes Bild, das da einige Leute von uns Menschen haben, aber ist es wirklich so? Sind wir nicht in der Lage eine bessere Gesellschaft zu schaffen, weil wir alle egoistische Arschlöcher sind, die einander ständig gegenseitig ausstechen wollen?

Egoist von Natur aus?

Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich ganz danach aus. Viele Menschen lassen nichts unversucht, um an mehr Geld oder Ansehen zu kommen und oft kümmert es sie nicht, wie es Anderen dabei geht. Doch warum tun sie das eigentlich? Tut der Jugendliche, der einem Gleichaltrigen eine Lehrstelle wegschnappt, das tatsächlich weil er ihm diese nicht auch gönnen würde? Tut er es nicht eher, weil er selbst Angst vor Arbeitslosigkeit hat und es sich darum einfach nicht leisten kann, seine Lehrstelle jemandem anderen zu überlassen. Oder wenn eine Angestellte jemandem bei einer freien Wohnung zuvor kommt, macht sie das dann nicht, weil sie selbst ein Dach über dem Kopf braucht?

Wir sehen also, dass sich die Menschen nicht deshalb egoistisch verhalten, weil sie von Natur aus so sind, sondern weil sie dazu gezwungen sind, so zu handeln, wenn sie in dieser Gesellschaft nicht unter die Räder kommen wollen. In der kapitalistischen Gesellschaft steht das Prinzip der Konkurrenz und des Wettkampfs über allem. Die Arbeitenden konkurrieren miteinander um Jobs, die Unternehmen konkurrieren um Marktanteile und die Staaten um Einfluss in der Welt. Wer dabei schlechter abschneidet als die Konkurrenz, bleibt auf der Strecke.

Das Problem sind deshalb nicht die schlechten Menschen, welche die eigentlich gute Gesellschaft versauen, sondern die schlechte Gesellschaft, welche die Menschen zu Egoisten macht. Denn in dieser Gesellschaft ist Egoismus etwas, mit dem man es weit bringen kann. Geld und Ansehen kann durch Egoismus erreicht werden und auch wenn man das nicht schafft, ist man doch durch die Lebensumstände immer wieder gezwungen, sich egoistisch zu verhalten.

Es geht auch anders

Dass es auch anders geht, liegt für uns auf der Hand. Da die Menschen deshalb nur für sich schauen, weil sie dazu gezwungen sind, muss es für uns darum gehen, diese Zwänge abzuschaffen. Eine Gesellschaft, in der Zusammenarbeit und Solidarität entscheidend sind für das Vorwärtskommen und nicht wie gut man sich gegen Konkurrenten durchsetzen kann, hat keinen Egoismus nötig. Im Kapitalismus ist Egoismus nicht nur ein Vorteil, sondern sogar notwendig. In einer Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen, ist Egoismus ein Hindernis für einem selber und die ganze Gesellschaft. Das bedeutet, dass man die heutige Gesellschaft ändern muss, welche die Menschen zu Egoisten macht.

Dass die Menschen selbst genug Vernunft besitzen, um in einer besseren Gesellschaft leben zu können, davon gehen wir aus. Das merkt man nur schon daran, dass die Leute, die behaupten, die Menschen seien zu schlecht für eine bessere Gesellschaft, sich selbst stets als Ausnahme ansehen. Meist lautet der Gedanke "Ich finde das ja toll, aber die Anderen würden sich nicht daran halten." Nur, wenn das alle sagen, bleiben nicht besonders viele übrig, die als skrupellose Egoistennaturen geboren wurden.

Ausserdem sieht man schon in der jetzigen Gesellschaft, die so sehr auf Konkurrenz setzt, überraschend viele Beispiele für unegoistisches Verhalten. Die Milliardenbeträge an Spendengeldern, die Tausenden von Freiwilligen, die sogar hierzulande nach einem Hochwasser helfen, ohne jemals etwas dafür zu bekommen oder das unentgeltliche Engagement in Vereinen, Stiftungen oder sonstigen Organisationen sind nur wenige Beispiele dafür, dass die Menschen durchaus anders könnten, wenn nur die richtigen Vorraussetzungen dafür gegeben wären.
*

*von rjz.ch

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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von Woyzeck am Fr 25 März - 9:53

Könntest Du mir/uns ein paar mehr Infos zum Freud'schen System geben? Von dem habe ich noch nichts gehört.
Ein paar Zitate von Marx würden mich auch sehr erfreuen.

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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von Gast am Fr 25 März - 16:10

Vom Sigmund Freud: Aschinend isch de Verlust vo de Auge/Sehkraft mit de Kastraktionsangst glichz'setze

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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von Woyzeck am Fr 25 März - 16:50

Hehe, das hesch vom "Sandmann" Very Happy

Aber bi ihm isch na rächt vill mit Kastrationsangst glichzsetze (nach Beeler...)

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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von Woyzeck am Sa 26 März - 0:49

Ach wenns nur wahr wäri und kein Film... >.<


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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von pikachu1992 am Sa 26 März - 12:07

Ich habe nur ein Satz, was den Egoismus angeht:

Der Mensch ist der Egoismus in Person.

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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von Systemnummer 40494 am Sa 26 März - 17:50

Da Bin ich nicht dieser Meinung. Ein grundlegenes Problem ist, dass Menschen sich zwei Bilder von Menschen machen. Zuerst wie sie selbst sind, danach wie andere wären.
So kommt die Idee von "Ja ich wäre ja schon dabei, aber andere werdens eh nicht tun". Nur wenn alle so denken kommt man nicht weit...

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Re: Kann es eine Welt ohne Elend geben?

Beitrag von pikachu1992 am Sa 26 März - 22:58

Willst du damit sagen, dass du kein Egoist bist?
Meiner Meinung nach sind ALLE Menschen - spätestens bei einem gewissen Zeitpunkt - Egoisten.

Wer von sich behaupten kann, kein Egoist zu sein muss entweder hirntot oder gottgleich sein Wink

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